Sonntag, Mai 21, 2006
In den 1960-ern ist die Welt durch massive Veränderungen gegangen. Es waren Jahre der Revolution und Reformation, die das Leben in der westlichen Welt für immer verändert haben. Die Welt hatte gerade den Zweiten Weltkrieg bezeugt und arbeitet die Grausamkeiten und das Ausmaß dieses Krieges durch. In Hiroshima und Nagasaki erlebte die Öffentlichkeit den Fortschritt und die Gefahr der Wissenschaft mit. Dieser technische Fortschritt führte zu besserer medizinischer Versorgung, Mobilität für die Massen und zu neuen Fragen nach unserem Platz in Universum als 1961 der erste Mensch ins Weltall flog. John F Kennedy war ein Sinnbild dieser Zeit und vermittelte den Leuten das Gefühl von Aufbruch, Optimismus und Hoffnung. Die amerikanische Gesellschaft litt noch unter Rassentrennung und Martin Luther King formulierte für die Massen einen Traum von Freiheit und Gleichberechtigung. Zusätzlich war der Zugang zu Bildung für immer mehr Menschen möglich und die Forschung setzte sich daran, alle bisherigen Grenzen zu überwinden. Die Babypille ermöglichte Sex ohne Konsequenzen und Professoren wie Tim Leary verkündigten, dass Drogen die Begrenzungen des Verstandes überwinden könnten.
Diesem Überwinden von allen Grenzen standen natürlich die Gegenüber, die innerhalb dieser Grenzen ihre Sicherheit oder Ideale gefunden hatten. Die große Mittelschicht war mit ihrem Leben viel zu zufrieden, um sich auf unsichere Experimente einzulassen. In San Fransisco entstand in diesen Veränderungen eine Jugendbewegung, die sich mit dem Wohlstandsideal nicht mehr zufrieden gab. Sie stellten die weiße Mittelschicht mit ihren Zwängen, Idealen und Tabus in Frage und ersetzten sie mit Flower Power – der Vorstellung von einer humaneren und friedlicheren Lebensweise. Die Hippiebewegung begann Anfang der 60er als Gegenkultur und wurde im Laufe des Jahrzehnts zur Massenbewegung. Ihr Feind war das „Establishment“, das alte System und allen Autoriäteten, die der Ausweitung des Bewusstseins und der unbegrenzten Menschlichkeit im Wege stand. 1967 erlebte die Welt den „Summer of love“, ein Ausdruck für das Lebensgefühl in San Fransisco in diesem Jahr:
„If you're going to San Francisco, be sure to wear some flowers in your hair. If you come to San Francisco, Summertime will be a love-in there.”
Hippies demonstrierten gegen den Vietnam-Krieg (make love, not war), lebten in Kommunen und experimentierten mit Drogen und aller Arten von Spiritualität. Der Soundtrack dieser Generation kam von den Beatles, den Grateful Dead, den Doors und fand ihren spektakulären Höhepunkt auf dem Woodstock Festival 1969.
Im Nachwort zum „Whole Earth Catalog“ charakterisiert Maureen Orth die Erfahrungen dieser Zeit: „Die ist eine Generation, die bereits alle Höhen und Tiefen des Lebens durchlaufen hat, bevor sie überhaupt zum ersten Mal zur Wahl gehen darf. Wie anders es doch ist, heute eine High-School zu besuchen: Rauschgift in der 7. Und Sex in der 8. Klasse. Der Vietnamkrieg ist zu einer Fernsehserie geworden, mit der sie sich seit dem 9. Lebensjahr täglich konfrontiert sehen. Eltern und Schule bedeuten nichts mehr.“
In solchen radikalen Veränderungen werden die alten Ordnungen auf den Kopf gestellt und die Gewinner von gestern gehören zu den Verlieren von heute. Die Kirche stand als Hüter der Moral und des ordentlichen Lebens mit dem Rücken zur Wand. Sie hatten die schweren Fragen zu beantworten, wie Gott den Holocaust zulassen konnte, der erst jetzt in seinem ganzen Ausmaß sichtbar wurde, und hatten auf die zentralen Fragen dieser jungen Generation zumeist negative Antworten. Es scheint, dass die Kirche in dieser Zeit besonders schlechte Karten hätte. Oder doch nicht?
Diesem Überwinden von allen Grenzen standen natürlich die Gegenüber, die innerhalb dieser Grenzen ihre Sicherheit oder Ideale gefunden hatten. Die große Mittelschicht war mit ihrem Leben viel zu zufrieden, um sich auf unsichere Experimente einzulassen. In San Fransisco entstand in diesen Veränderungen eine Jugendbewegung, die sich mit dem Wohlstandsideal nicht mehr zufrieden gab. Sie stellten die weiße Mittelschicht mit ihren Zwängen, Idealen und Tabus in Frage und ersetzten sie mit Flower Power – der Vorstellung von einer humaneren und friedlicheren Lebensweise. Die Hippiebewegung begann Anfang der 60er als Gegenkultur und wurde im Laufe des Jahrzehnts zur Massenbewegung. Ihr Feind war das „Establishment“, das alte System und allen Autoriäteten, die der Ausweitung des Bewusstseins und der unbegrenzten Menschlichkeit im Wege stand. 1967 erlebte die Welt den „Summer of love“, ein Ausdruck für das Lebensgefühl in San Fransisco in diesem Jahr:
„If you're going to San Francisco, be sure to wear some flowers in your hair. If you come to San Francisco, Summertime will be a love-in there.”
Hippies demonstrierten gegen den Vietnam-Krieg (make love, not war), lebten in Kommunen und experimentierten mit Drogen und aller Arten von Spiritualität. Der Soundtrack dieser Generation kam von den Beatles, den Grateful Dead, den Doors und fand ihren spektakulären Höhepunkt auf dem Woodstock Festival 1969.
Im Nachwort zum „Whole Earth Catalog“ charakterisiert Maureen Orth die Erfahrungen dieser Zeit: „Die ist eine Generation, die bereits alle Höhen und Tiefen des Lebens durchlaufen hat, bevor sie überhaupt zum ersten Mal zur Wahl gehen darf. Wie anders es doch ist, heute eine High-School zu besuchen: Rauschgift in der 7. Und Sex in der 8. Klasse. Der Vietnamkrieg ist zu einer Fernsehserie geworden, mit der sie sich seit dem 9. Lebensjahr täglich konfrontiert sehen. Eltern und Schule bedeuten nichts mehr.“
In solchen radikalen Veränderungen werden die alten Ordnungen auf den Kopf gestellt und die Gewinner von gestern gehören zu den Verlieren von heute. Die Kirche stand als Hüter der Moral und des ordentlichen Lebens mit dem Rücken zur Wand. Sie hatten die schweren Fragen zu beantworten, wie Gott den Holocaust zulassen konnte, der erst jetzt in seinem ganzen Ausmaß sichtbar wurde, und hatten auf die zentralen Fragen dieser jungen Generation zumeist negative Antworten. Es scheint, dass die Kirche in dieser Zeit besonders schlechte Karten hätte. Oder doch nicht?

Ich find' die Beschreibung der Situation gut: All die Aspekte, die das damalige Leben ausmachten, ineinandergriffen und so weiter.
Mir persoenlich wuerde es allerdings sehr gut gefallen, wenn das alles im Praesens stuende. Irgendwie passt das "schnelle Tempo" im Aufzaehlstil meiner Meinung nach besser dazu, das bringt es naeher zum Leser.
Posted by
Warnschild |
23 Mai, 2006 21:19