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1.2 - Eine überraschende Alternative 

Sonntag, Mai 21, 2006

In Mitten dieser Spannung von Krieg und Frieden, Freiheit und Moral, Loslösung von alten Idealen und Autorität entstand eine Bewegung, die noch heute ihre Nachwirkungen hat. Mitte der 60-er sahen unabhängig voneinander einige Missionare die Aufgabe, die Menschen in der Hippie-Bewegung mit dem Evangelium zu erreichen. Die Hippies waren auf der Suche nach dem Echten, und da hätten sich doch einen Beitrag zu leisten, dachten sich die Missionare. Also lebten sie mit den Menschen, kochten für Hungrige und stellten Jesus als den wahren Guru dar. Im Haight-Ashbury Distrikt von San Fransisco, einem Hauptpunkt der Hippie-Bewegungen, entstanden so christliche Kommunen wie das Soul Inn oder the Living Room. Besonders an diesen Projekten war die Offenheit der Missionare für die Fragen der Kultur und die Flexibilität, neue Formen zu finden, um die Bedürfnisse der Menschen zu genügen.

Eine der ersten Kommunen war das House of Acts. Es wurde von Ted Wise gegründet, der sich 1966 als einer der ersten Gegenkultur-Anhänger zu Jesus bekehrte, nachdem er auf der Suche nach einer geistlichen Lösung für seine unkontrollierten LSD-Einnahmen war. Ein Jahr später begann er mit seiner Frau Liz und drei weiteren Paaren eine Gemeinschaft, die sich nach dem Vorbild der Apostelgeschichte bilden sollte. Sie wollten allen materiellen Besitz teilen und täglich durch die Straßen gehen, um mit allen zu reden, die zuhören würden. Mitten im Zentrum der kulturellen Revolution in Haight-Ashbury öffnete das House of Acts die Türen für alle und kümmerten sich besonders um Hungrige und Bedürftige. Nach der Ansicht von Wise war das Leben oft anstrengend und arbeitsintensiv, aber besser als in einer Kirche. Das House of Acts modelliert ein Leben in Gemeinschaft, das sich bald in zahlreichen Städten in USA und darüber hinaus finden würde. Obwohl die Türen nur 18 Monate geöffnet waren, kamen dort mehrere Tausend Menschen mit dem Glauben in Berührung.

Diese einzelnen Kommunen erwiesen sich als relativ erfolgreich und attraktiv für Menschen, die mit der Hippie-Bewegung in Berührung waren. Und so waren diese Projekte die Anfänge der Bewegung, die später als „Jesus People“ bekannt werden sollte. Die Anknüpfpunkte waren eigentlich sehr naheliegend:

Die Gesellschaft war auf der Suche nach Frieden – die Jesus People verkündigten den König des Friedens.
Die Gesellschaft suchte nach grenzenloser Liebe – die Jesus People von der freien Liebe (Apape) Gottes. 
Die Gesellschaft suchte Sinn und Wahrheit – die Jesus People redeten von einem sinnerfüllten Leben mit Jesus als Ankerpunkt. 
Die Gesellschaft suchte nach Kontakt mit dem übersinnlichen – die Jesus People schafften Raum für das Wirken des Heiligen Geistes. 
Die Gesellschaft suchte nach Menschlichkeit und Kontakt mit anderen – die Jesus People richteten Kommunen ein und praktizierten einen Lebensstil wie in der Apostelgeschichte, als Güter und Besitz zum Wohle aller geteilt wurden.

Pastor Lyle Stennis vom Bethel Tabernacle, einer Methodistenkirche in den Slums von North Rodando, erzählt wie seine Gemeinde in Kontakt mit diesen entstehenden Jesus People gekommen sind:
„Es kam ein junger Mann namens Breck Stephens zu mir und meinte, man müsse die drogensüchtigen Jugendlichen, die am Sunset Strip herumlungern, in die Kirche holen und zum Christentum bekehren. Ich war begeistert von der Idee. Breck fuhr einfach einen Lieferwagen zum Strip und lud die Leute ein. Zuerst kamen 30. Sie waren völlig heruntergekommen, schmutzig und vollgepumpt mit Drogen. Meine Gemeinde wollte mit denen nichts zu tun haben. Einmal wollte man die Jungen und Mädchen sogar mit Gewalt aus der Kirche zerren. Da habe ich gesagt, man müsse mich zuerst auspeitschen, bevor man jemand den Zutritt zu meiner Kirche verwehre. Nur wenige der Gemeindemitglieder kommen heute noch hierher. Dafür kommen jetzt die jungen Christen in Scharen zum Gottesdienst. Meine Kirche war noch nie so voll.“

Während Pastor Stennis sprach, drangen aus der Kirche unter dem Büro seltsame Geräusche. Stimmen, die immer lauter wurden. Ein Wirrwarr. Nur das Wort „Jesus“ konnte man von Zeit zu Zeit verstehen. Pastor Stennis meinte entspannt: „sie beten“. Was wir Minuten später in der Kirche sahen und hörten, war nahezu unglaublich. Mit geschlossenen Augen, die Arme zum Himmel gestreckt, standen oder knieten etwa 250 junge Leute zwischen 13 und 30 Jahren in dem Raum und beteten: ein uns unverständliches Gebet. Jeder ein anderes – so schien es. Als Breck Stephens ein Lied anstimmte, öffneten sie die Augen. Glänzende Augen. Wir wurden umarmt. „Gott segne dich“ hörten wir immer wieder. Einer der Langmähnigen drückte mich fest an sich und murmelte: „Bruder, ich habe Jesus gefunden. Oh, ist das gut. Ist das gut!“ Dann ging er mit verklärtem Blick durch das Kirchenschiff, umarmte immer wieder einen seiner Glaubensbrüder und erzählte von seinem umfassbaren Glück. Dem Drogenwahn folgte der Trip zu Gott. Junge Christen in Kalifornien. Eine religiöse Jugendbewegung, die sich über ganz Amerika ausbreitete. Spontan, unorganisiert, aber unaufhaltsam. Der Superstar dieser jungen Menschen: Jesus Christus."

Ein Song dieser Zeit bringt das Sentiment dieser jungen Menschen gut auf den Punkt:
WHERE HAVE THEY GONE? – von Frank Caban der Band Agape:

Counterculture,
anti-establishment,
do-what-is-right GENERATION
Tired of all the Bureaucratic BULLSHIT
Searching for solutions,
to a hurting soul,
to a hurting world

Then came the Rebels
JIM, JANIS, Jimi, and JESUS
Three are dead, but ONE is still ALIVE
where have they gone?
who did they turn on?
the seeds were sown
where have they gone?

they couldn't tolerate the LIES anymore
they discovered the one essential truth of love

Like a heavenly church bell
it called the world to the end of hypocrisy
and the confirmation that GOD IS LOVE

The voice was pure and simple
it melted our frozen hearts

The POWER of His TRUTH
tumbled the highest wall apart!

Finde diesen Teil ok so. Du hast im Draft, den ich von Dir habe, am Schluss noch ne Schätzung eingebaut. Wenn Du diese bringen willst, würde ich ne Quellenangabe machen.

Und, ne Grundsatzfrage: Wer ist die Zielgruppe des Buches? Wohl vor allem "Insider", oder? Wenn das Ding auch für Menschen ausserhalb der Vineyard Bewegung und ausserhalb des "christlichen Kuchens" lesbar sein soll, rate ich Dir, Theologische Fachbegriffe und ander Worte sogleich in ner Fussnote zu erklären oder dann am Schluss des Buches einen Apendix im Stil eines "Wörterbuchs" anzuhängen.

Die Schätzung ist etwas nach hinten gerutscht. Du müsstest sie in einem spätern Teil gesehen haben, oder?!

Zielgruppe: alle. Eigentlich sollte es schon für nicht-Insider auch sein, ohne jetzt einen totalen Sell-out zu machen. Du hast recht, das ist schwierig und ich bin für deine Tipps dankbar. Vielleicht ist das Wörterbuch so ganz gut.

"Die Gesellschaft suchte nach grenzenloser Liebe – die Jesus People von der freien Liebe (Apape) Gottes. ?"

Da fehlt irgendwie ein Verb, oder?

"Pastor Lyle Stennis vom Bethel Tabernacle, einer Methodistenkirche in den Slums von North Rodando, erzählt wie seine Gemeinde in Kontakt mit diesen entstehenden Jesus People gekommen sind:"

Ich finde, das ist eine gute Ueberleitung zum 1. Abschnitt des Zitat.

Aber ich war ein bisschen verwirrt, als dann der naechste Abschnitt begann, weil da nicht mehr der Pastor selbst spricht (=zitiert wird), sondern widerum jemand zitiert wird, der von ihm erzaehlt...

Ja, da ... ein Verb! :)
Vielleicht müsste man die Überleitung noch besser machen, haste recht.

heißt dass eigentlich apape oder agape? hab mal gegoogelt und ich hab keinen einzigen guten treffer zu apape gefunden.

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