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2.7 - Ein Treffen für Verzweifelte 

Freitag, Juni 09, 2006

Die Reisen während Johns Arbeit bei Fuller bedeuteten, dass er seine Familien nur selten sah und ständig in Hotels unterwegs war. Seine Gesundheit litt genauso darunter wie seine Frau Carol, die 1975 nahe an einem Nervenzusammenbruch stand. Sie legte daraufhin alle Aufgaben in der Quäkergemeinde nieder und begab sich kaum mehr aus dem Haus. Tagelang war sie zuhause und weinte. Durch diese Erfahrung erweckte in Carol der Wunsch, mehr von Gott zu erleben als sie je zuvor hatte. Sie wollte unbedingt Gottes Wirken sehen – sowohl in ihrem Leben wie auch in der Gemeinde.

Als Carol das tiefste Tal durchschritten hatte, startete sie in ihrem Haus einen neuen Bibelkreis für Leiter und Lehrer aus der Quäkergemeinde. Sie wollten sich treffen, um sich gegenseitig zu stärken und zu ermutigen. Als die Gruppe sich dann im Oktober 1976 zum ersten Mal traf, war John noch immer für Fuller unterwegs. Es kamen Bob und Penny Fulton, sowie Carl Tuttle, der als einziger Gitarre spielen konnte und somit der Anbetungsleiter wurde.

Es gab nur 5 kleine Regeln, die dem Treffen einen Rahmen gaben (1. Keine Gebetsanliegen anderen, nur für dich; 2. Wir singen zu Gott, nicht über ihn; 3. Alle beteiligen sich und keiner monopolisiert; 4. Keine Gemeindeprobleme und Kritik; 5. Keine Positionen und Titel; wir treffen uns um von Gott über ihn zu lernen). Die Gruppe zeichnete sich zunächst vor allem durch intensive und innige Anbetung aus. Für alle Beteiligten war das eine erfreuliche Neuerung in ihrem Leben, denn sie alle wollten mehr von Gott. Und hier hatten sich ein paar Verzweifelt gefunden und waren auf dem Weg, ihre Leidenschaft erfüllt zu sehen.

Währenddessen leierten die langen Reisen John immer mehr aus. Seine Zeiten mit Gott waren kaum vorhanden und sehr uninspirierend. Er verlor den Spaß und die Motivation an seiner Arbeit und stand ebenfalls einem mentalen Zusammenbruch nahe. Als er Gott anflehte, was denn so falsch laufe, bekam er die Worte: “Ich habe deinen Dienst gesehen; jetzt werde ich dir meinen zeigen.” Das stieß John vor den Kopf, ermutigte ihn aber auch, denn er wollte wirklich den Dienst Gottes tun. Er stellte sich die Frage, ob und wie er seinen Job weiter machen konnte. Eines Tages war John dann in einer Gemeinde und ein Mann steckt ihm einen Zettel zu. Als John nach der Veranstaltung den Zettel las, stand darauf: “Geh heim!”. Das tat er und besuchte zum ersten Mal die neue Gruppe von Carol. Danach meinte er: “Das war ganz nett; aber es wird nichts daraus, weil sie keine Führung haben.”

Über die nächsten Wochen entschied sich John, den Reisedeinst zu stecken und einen neuen Weg einzuschlagen. Er widmete sich der neuen Gruppe und dort setzten sich die guten Anfänge weiter fort. Es kamen mehr Menschen dazu und die offene Atmosphäre führte zu wachsenden Erlebnissen mit Gott wie Heilungen und Zungenreden. Diese Art des Glaubens passt nicht zu den Ansichten der Quäkergemeinde und so wird John zur Vorsprache bei der Leitung eingeladen. “Können wir das Feuer ohne die Zungen haben?”, fragte der Vorsitzende.
“Nein,” meinte John, “wenn das Gott ist, und davon gehe ich aus, dann kann er machen was immer er will.” Das war nicht, was sie hören wollten und sie berieten, was wohl die Auswirkungen auf die Gemeinde sein würde. “John, wir fragen dich jetzt als Berater, da du Erfahrungen mit solchen Dingen hast. Wird das aussterben, oder wird es weitergehen?”. John meinte, es würde nicht aussterben, sondern eher noch zunehmen. “Wie können wir dann den Status Quo erhalten?” fragten die Leiter. “Wenn ihr die Dinge erhalten wollt wie sie schon immer waren, dann müsst ihr euch von denen trennen, die diesen Wert in Frage stellen,” meinte John. “Danke für deine Ehrlichkeit, John. Wir haben über die Zungenrede gesprochen und wollen das als Quäkergemeinde nicht in unseren Reihen. Daher möchten wir dich und alle, die damit involviert sind, bitten, eure Mitgliedschaft zu kündigen.” John fordert einen Segensbrief von der Gemeinde für den Abschied und als diese ein unterstützendes Schreiben ausstellten, begab sich die junge Gruppe auf eigene Wege – 40 Jugendliche und 20 Erwachsene.

Ihr Traum von Gemeinde war pragmatisch und ideell: „Kein Theater. Keine Inszenierung. Unsere Art von Musik. Lieder über Jesus. Gewöhnlich und einfach. Anspruchsvoll und kulturell zeitgemäss. Nichtreligiös und transparent und ehrlich. Ein „Komm-wie-du-bist“-Treffen, wo jeder reinpasst, wo man sich nicht herausputzen muss, um zur Kirche zu gehen. Wo der Leiter nicht viel anders aussieht als der Rest der Leute... Wir würden alle Ausschüsse abschaffen. Die richtigen Leute an den richtigen Ort stellen. Wer sind eigentlich Pastoren? Titel wegwerfen. Der Dienst soll funktionell sein. Lasst uns schauen, wo die Ältesten sind und es nicht als verdienste Position verleihen.“

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