Freitag, Juni 09, 2006
Diese Erfahrung traf John unvorbereitet. Bisher war seine größte Ambitione gewesen, ein Musiker zu sein und eine erfolgreiche Band zu haben. Er war zwar auf der Suche nach etwas, das ihn seit der Begegnung in der Wüste beeindruckt hatte. Und nun erlebte er auf dem Wohnzimmerboden seines Freundes eine neue Ausrichtung in seinem Leben. Wie aber würde sein bisheriges, Nachtleben als Entertainer mit den neuen Idealen zu vereinen sein? Wie so oft sind die nachfolgenden Schritte herausfordernder als der erste. John versuchte auch hier, klare und rationale Antworten zu finden, die ihn aber mehr kosteten als er zunächst bereit war zu bezahlen:
„Ich kann mich noch an einen Abend erinnern, bevor wir Christen wurden, als ich zum ersten Mal das Gleichnis von der Perle hörte. Carol und Gunner führten ein langes Gespräch über irgendein Thema und ich saß gelangweilt da, ohne das Gespräch wirklich zu verfolgen. Dann las Gunner das Gleichnis der Perle aus Matthäus vor und erklärte, dass auch wir die Bereitschaft brauchten, alles in unserem Leben für dieses Reich aufzugeben: “Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte und kaufte sie” (Mat 13,45-46). Auf einmal war ich voll konzentriert.
“Augenblick mal!” unterbrach ich ihn. “Willst du damit sagen, dass man alles aufgeben muss, was man hat, wenn man Christ werden will?”
“Wie verstehst du denn diesen Text?” fragte er.
“Das weiß ich nicht genau,” sagte ich. “Vielleicht kann man ihn so verstehen. Aber…” Ich versuchte meine Gedanken zu ordnen. “Also, ich kenne einen Mann, der Musiker ist. Er kann sonst gar nichts außer Musik spielen. Er kann nicht einmal die eigenen Schuhe zubinden. Willst du also sagen, dass dieser Mann seinen Beruf aufgeben muss, um Christ zu werden? Wovon soll er dann leben?”
“Das müsste dein Freund selbst herausfinden,” sagte Gunner. Er wusste natürlich, dass es eigentlich um mich ging. “ich glaube aber, dass er dazu bereit sein muss, seinen Beruf aufzugeben, wenn Gott das will.”
Ich saß da und dachte darüber nach, was Gunner – und auch die Bibel – sagte. Dabei ging mir drei Worte durch den Kopf: auf keinen Fall! Ich befand mich an der Schwelle zum musikalischen Erfolg. Die Band, mit der ich spielte, hatte schon Platten unter den Top 10. “Das ist verrückt!” dachte ich. “Endlich bin ich erfolgreich. Bald werde ich viel Geld verdienen. Auf keinen Fall werde ich das einfach aufgeben.”
In den folgenden Tagen hatte ich miserable Laune. Ich lief durch das Haus, schlug um mich, fluchte und schimpfte. Im Bibelkreis hatte ich neue Dinge über Gott gelernt, und bis dahin hatte mir alles gefallen und ich war bereit, ja zu sagen. Aber nun war ich auf etwas gestoßen, was ein echtes Hindernis war – auf die Idee, dass ich vielleicht alles aufgeben müssten, vielleicht sogar meine beruflichen Pläne, um mit Gott voranzugehen.
Langsam konnte ich mich mit dieser Vorstellung anfreunden – allerdings nur in der Theorie und nur für “einen anderen”. Ich hatte nicht die Absicht, selbst etwas so Radikales zu unternehmen. Auf keinen Fall!
Die Fortsetzung kennen sie bereits. Drei Wochen später kniete ich auf dem Boden und weinte. Ich hatte plötzlich eingesehen, dass ich Gottes Gefühl verletzt hatte, und es tat mir sehr leid. Als ich vom Boden aufstand, wusste ich, dass ich die kostbare Perle gefunden hatte. Ich war so froh darüber, dass es mir nun egal war, ob Gott mir etwas wegnehmen würde.
In den folgenden Wochen half mir Gott tatsächlich, aus meinem Beruf auszusteigen. Ich betete: “OK, Herr, du kannst meinen Beruf haben”, und mir war, als ob zwei riesige Hände aus dem Himmel kamen, meine noch geschlossene Hand öffneten, und als ob eine Stimme mir sagte: “Danke”.
Ich verabschiedete mich von meinen Freunden aus dem Musikgeschäft und beschloss, eine richtige Arbeit aufzunehmen. Plötzlich befand ich mich in der Welt, wo morgends der Wecker rappelte und Menschen aufstehen und bei Tageslicht arbeiten gehen. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Binnen zweier Wochen hatte ich einen Arbeitsplatz in einer Fabrik, meine Arbeitszeit wurde mit der Stechuhr gemessen und ich begann zu lernen, mit normalen Menschen auszukommen.
An einem Tag bekam ich den Auftrag, einige große Ölfässer zu säubern, die hinter der Fabrik standen. Es war eine heiße, schmutzige, stinkende Arbeit. Es war ungefähr die niedrigste Arbeit, die in dieser Fabrik anfiel. Dass sie mir diese Arbeit gaben, lag daran, dass es kaum etwas anderes gab, wozu ich in der Lage war.
Als ich gerade in einem der Fässer war, hörte ich, wie ein Auto heranfuhr. Eine vertraute Stimme fragte: “Wo ist John Wimbers Büro?” Widerwillig kam ich aus dem Ölfass. Vor mir stand einer meiner ehemaligen Partner aus dem Musikgeschäft. In einer Hand hielt er einen Vertrag, den ich unterschrieben hatte, der sehr viel Geld wert war. Damit er seinen Teil des Vertrags erfüllen konnte, musste ich auf meinen Teil verzichten.
Er stand nur und starrte mich an Ich sah fürchterlich aus, von oben bis unten mit Fett verschmiert; Schwarz und schmutzig an Händen, Gesicht, Kleidern und Haaren. Schließlich sagte er: “Was machst du hier?”
Ich schaute ihn an; ich schaute mich an; dann sah ich noch einmal auf ihn, noch einmal auf mich selbst. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, was er in diesem Moment empfand.
Ich hatte in diesem Augenblick nicht das Gefühl, die Perle gefunden zu haben. Mir fiel kein einziges Wort ein. Nach einer langen Pause konnte ich nur mit schwacher Stimme sagen: “Das hat Gott mit mir gemacht.”
Er kniff die Augen zusammen; in seinem Gesicht meinte ich, den festen Entschluss zu erkennen: “Mir wird Gott so etwas nie antun.” Ich sah zu, wie mein Freund davonfuhr. Dabei erkannte ich, dass es manchmal nicht möglich ist, unsere Opfer und unseren Gehorsam denen verständlich zu machen, die die Perle nicht kennen.
Johns Freunde und Bekannte hatten Schwierigkeiten, seinen Schritt aus der Musikszene zu verstehen. Es war ein gewagtes Unterfagen für jemand, der damit sein Geld verdient hatte und seit über 20 Jahren praktisch für die Musik lebte. In den Wochen nach dieser Entscheidung, bekam John weitere Angebote aus der Musikbranche, darunter von Disneyland. Er blieb aber bei seinem Entschluss, obwohl es ihm finanziell dadurch schlechter ging. Für John war es aber die Perle, nach der er gesucht hatte. Und es schien, dass es ihm ernst damit war und er sie nicht leichtfertig wieder aufgeben wollte. Er verkaufte viele seiner Musikinstrumente und brachte seine gesammelten Musikwerke eines Tages zu einer Müllhalde. Carol fasst diese Phase der Veränderung im Cover des Albums More love, more power zusammen:
“John und ich waren nur ein paar Monate Christen. Wir waren blank und Weihnachten stand vor der Tür. John hat seine Musik aufgegeben, weil Jesus ihm das gesagt hatte. Er hatte dann einen Anruf bekommen um ein lukratives Weihnachtsalbum zu machen, lehnte aber ab und legte den Hörer schweigend nieder. Ich sah John zu, wie er zu den Schränken ging, durch die Räume und die Klavierbank. Er sammelte sein Lebenswerk und seine ganzen Alben und legte sie in große Kartons und dann fuhren wir zum Müllberg von Yorba Linda. Als er den letzten Karton aus dem Auto stieß und im anderen Müll untergehen sah, kam mir die Stelle von Johannes 12,24 “Wenn der Samen nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Stirbt es aber, wird es viel Frucht bringen.” In meinem Herz wusste ich, dass das der Moment war, an dem Anbetung in der Vineyard geboren wurde.”
„Ich kann mich noch an einen Abend erinnern, bevor wir Christen wurden, als ich zum ersten Mal das Gleichnis von der Perle hörte. Carol und Gunner führten ein langes Gespräch über irgendein Thema und ich saß gelangweilt da, ohne das Gespräch wirklich zu verfolgen. Dann las Gunner das Gleichnis der Perle aus Matthäus vor und erklärte, dass auch wir die Bereitschaft brauchten, alles in unserem Leben für dieses Reich aufzugeben: “Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte und kaufte sie” (Mat 13,45-46). Auf einmal war ich voll konzentriert.
“Augenblick mal!” unterbrach ich ihn. “Willst du damit sagen, dass man alles aufgeben muss, was man hat, wenn man Christ werden will?”
“Wie verstehst du denn diesen Text?” fragte er.
“Das weiß ich nicht genau,” sagte ich. “Vielleicht kann man ihn so verstehen. Aber…” Ich versuchte meine Gedanken zu ordnen. “Also, ich kenne einen Mann, der Musiker ist. Er kann sonst gar nichts außer Musik spielen. Er kann nicht einmal die eigenen Schuhe zubinden. Willst du also sagen, dass dieser Mann seinen Beruf aufgeben muss, um Christ zu werden? Wovon soll er dann leben?”
“Das müsste dein Freund selbst herausfinden,” sagte Gunner. Er wusste natürlich, dass es eigentlich um mich ging. “ich glaube aber, dass er dazu bereit sein muss, seinen Beruf aufzugeben, wenn Gott das will.”
Ich saß da und dachte darüber nach, was Gunner – und auch die Bibel – sagte. Dabei ging mir drei Worte durch den Kopf: auf keinen Fall! Ich befand mich an der Schwelle zum musikalischen Erfolg. Die Band, mit der ich spielte, hatte schon Platten unter den Top 10. “Das ist verrückt!” dachte ich. “Endlich bin ich erfolgreich. Bald werde ich viel Geld verdienen. Auf keinen Fall werde ich das einfach aufgeben.”
In den folgenden Tagen hatte ich miserable Laune. Ich lief durch das Haus, schlug um mich, fluchte und schimpfte. Im Bibelkreis hatte ich neue Dinge über Gott gelernt, und bis dahin hatte mir alles gefallen und ich war bereit, ja zu sagen. Aber nun war ich auf etwas gestoßen, was ein echtes Hindernis war – auf die Idee, dass ich vielleicht alles aufgeben müssten, vielleicht sogar meine beruflichen Pläne, um mit Gott voranzugehen.
Langsam konnte ich mich mit dieser Vorstellung anfreunden – allerdings nur in der Theorie und nur für “einen anderen”. Ich hatte nicht die Absicht, selbst etwas so Radikales zu unternehmen. Auf keinen Fall!
Die Fortsetzung kennen sie bereits. Drei Wochen später kniete ich auf dem Boden und weinte. Ich hatte plötzlich eingesehen, dass ich Gottes Gefühl verletzt hatte, und es tat mir sehr leid. Als ich vom Boden aufstand, wusste ich, dass ich die kostbare Perle gefunden hatte. Ich war so froh darüber, dass es mir nun egal war, ob Gott mir etwas wegnehmen würde.
In den folgenden Wochen half mir Gott tatsächlich, aus meinem Beruf auszusteigen. Ich betete: “OK, Herr, du kannst meinen Beruf haben”, und mir war, als ob zwei riesige Hände aus dem Himmel kamen, meine noch geschlossene Hand öffneten, und als ob eine Stimme mir sagte: “Danke”.
Ich verabschiedete mich von meinen Freunden aus dem Musikgeschäft und beschloss, eine richtige Arbeit aufzunehmen. Plötzlich befand ich mich in der Welt, wo morgends der Wecker rappelte und Menschen aufstehen und bei Tageslicht arbeiten gehen. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Binnen zweier Wochen hatte ich einen Arbeitsplatz in einer Fabrik, meine Arbeitszeit wurde mit der Stechuhr gemessen und ich begann zu lernen, mit normalen Menschen auszukommen.
An einem Tag bekam ich den Auftrag, einige große Ölfässer zu säubern, die hinter der Fabrik standen. Es war eine heiße, schmutzige, stinkende Arbeit. Es war ungefähr die niedrigste Arbeit, die in dieser Fabrik anfiel. Dass sie mir diese Arbeit gaben, lag daran, dass es kaum etwas anderes gab, wozu ich in der Lage war.
Als ich gerade in einem der Fässer war, hörte ich, wie ein Auto heranfuhr. Eine vertraute Stimme fragte: “Wo ist John Wimbers Büro?” Widerwillig kam ich aus dem Ölfass. Vor mir stand einer meiner ehemaligen Partner aus dem Musikgeschäft. In einer Hand hielt er einen Vertrag, den ich unterschrieben hatte, der sehr viel Geld wert war. Damit er seinen Teil des Vertrags erfüllen konnte, musste ich auf meinen Teil verzichten.
Er stand nur und starrte mich an Ich sah fürchterlich aus, von oben bis unten mit Fett verschmiert; Schwarz und schmutzig an Händen, Gesicht, Kleidern und Haaren. Schließlich sagte er: “Was machst du hier?”
Ich schaute ihn an; ich schaute mich an; dann sah ich noch einmal auf ihn, noch einmal auf mich selbst. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, was er in diesem Moment empfand.
Ich hatte in diesem Augenblick nicht das Gefühl, die Perle gefunden zu haben. Mir fiel kein einziges Wort ein. Nach einer langen Pause konnte ich nur mit schwacher Stimme sagen: “Das hat Gott mit mir gemacht.”
Er kniff die Augen zusammen; in seinem Gesicht meinte ich, den festen Entschluss zu erkennen: “Mir wird Gott so etwas nie antun.” Ich sah zu, wie mein Freund davonfuhr. Dabei erkannte ich, dass es manchmal nicht möglich ist, unsere Opfer und unseren Gehorsam denen verständlich zu machen, die die Perle nicht kennen.
Johns Freunde und Bekannte hatten Schwierigkeiten, seinen Schritt aus der Musikszene zu verstehen. Es war ein gewagtes Unterfagen für jemand, der damit sein Geld verdient hatte und seit über 20 Jahren praktisch für die Musik lebte. In den Wochen nach dieser Entscheidung, bekam John weitere Angebote aus der Musikbranche, darunter von Disneyland. Er blieb aber bei seinem Entschluss, obwohl es ihm finanziell dadurch schlechter ging. Für John war es aber die Perle, nach der er gesucht hatte. Und es schien, dass es ihm ernst damit war und er sie nicht leichtfertig wieder aufgeben wollte. Er verkaufte viele seiner Musikinstrumente und brachte seine gesammelten Musikwerke eines Tages zu einer Müllhalde. Carol fasst diese Phase der Veränderung im Cover des Albums More love, more power zusammen:
“John und ich waren nur ein paar Monate Christen. Wir waren blank und Weihnachten stand vor der Tür. John hat seine Musik aufgegeben, weil Jesus ihm das gesagt hatte. Er hatte dann einen Anruf bekommen um ein lukratives Weihnachtsalbum zu machen, lehnte aber ab und legte den Hörer schweigend nieder. Ich sah John zu, wie er zu den Schränken ging, durch die Räume und die Klavierbank. Er sammelte sein Lebenswerk und seine ganzen Alben und legte sie in große Kartons und dann fuhren wir zum Müllberg von Yorba Linda. Als er den letzten Karton aus dem Auto stieß und im anderen Müll untergehen sah, kam mir die Stelle von Johannes 12,24 “Wenn der Samen nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Stirbt es aber, wird es viel Frucht bringen.” In meinem Herz wusste ich, dass das der Moment war, an dem Anbetung in der Vineyard geboren wurde.”

Hi Marlin
Hab bis hierher mal überflogen. Sieht soweit sehr stimmig und ausführlich aus. Gut sind natürlich die "Zitate" von John. Hmm, wie machst Du es mit den Quellenangaben dazu? Ist da das meiste aus "I'm a Fool for Christ...", gelle?
Würde das jeweils klar so vermerken.
Ansonsten, sehr abwechslungsreich. Super! Go on!
Posted by
Oliver Merz |
22 Juni, 2006 17:11
Hi Marlin
Hab bis hier gelesen. Sieht alles sehr stimmig und umfassend aus, super! Besonders die "Zitate" von John sind hilfreich. Wie machst Du es mit den Quellenangaben? Das Meiste stammt aus "I'm a Fool for Christ...", gelle? Ich würde das auch so vermerken.
Ansonsten, go on! Kommt gut!
Liebe Grüsse
Oli
Posted by
Oliver Merz |
22 Juni, 2006 17:13