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3.8 Das Zentrum: die DNS der Vineyard 

Montag, September 11, 2006

John machte 1983 und 84 die Werte der Vineyard zum Thema auf etlichen Pastorenkonferenzen. Ihm war klar, dass es Gemeinsamkeiten brauchte, um als Gemeinde eine Identität zu haben und an einem Strang zu ziehen. Allerdings wollte er nicht klonen und seine eigenen Vorstellungen in aller Welt umsetzen. Er konzentrierte sich aufs Zentrum, die Genetik der Vineyard:

- Anbetung: Gott anzubeten ist die höchste Priorität. Es ist das Ziel, kein Mittel. Wir geben Gott, was ihm zusteht, indem wir uns durch das Wort und den Geist leiten lassen. Wir wollen Gott mit unserem ganzen Wesen durch kultur-relevante Musik anbeten; sowie durch die Hingabe unsrer Zeit, Energie und Ressourcen.
- Gottes Wort: das Wort Gottes ist grundlegend für unser Leben. Wir legen das Wort aus, um unser Leben zu formen. Wir glauben nicht an das reine Ansammeln von Wissen, noch an selektives Lesen. Wir wollen den ganze Ratschlag Gottes annehmen.
- Gemeinschaft: Wir sind zum Dienen berufen und unsere erste Aufgabe ist dort im Leib Christi. Beziehungen (mit anderen Gläubigen) sind eine Priorität für uns. Wir wollen, dass unsere Bewegung durch Gemeinsamkeit und Einheit charakterisiert ist, sowie durch Ehrlichkeit und die Lösung von Konflikten. Der Vineyard-Weg soll ein Weg der Liebe sein.
- Dienst: Wir sind berufen, der Welt zu dienen. Dies passiert durch Evangelisation und Gemeindewachstum durch Neubekehrungen. Wir glauben an die Heilungen Jesu, der die ganze Person erlöste; das schließt emotionale Heilung, Austreiben von Dämonen, körperliche Heilung, Wiederherstellung von Beziehung, Bewusstsein für die Umwelt und Auferstehung der Toten ein. Außerdem enthält es einen bewussten Dienst an den Armen.
- Ausbildung: der Auftrag der Gemeinde ist, Menschen im Dienst auszurüsten. Johns gesamter Ansatz war, seinen Dienst an andere weiterzugeben und andere zu befähigen.
- Sendung: die Wirkung nach außen beginnt bei der Erneuerung von bestehenden Gemeinden. Als Vineyard wollen wir der Stärkung und Widerbelebung von etablierten Gemeinden helfen, und nicht nur das eigene Camp zu erweitern. Darüber hinaus sollen Gemeinden gegründet werden. Dies ist nicht nur die effektivste Art der Jüngerschaft, sondern erneuert die kulturelle Interpretation der Botschaft. John hatte eine Vision von 10.000 Gemeinden in aller Welt, hauptsächlich in städtischen Gebieten.

Neben diesen Kernwerten gibt es noch eine Reihe von Eigenschaften, die sich in fast allen Vineyard-Gemeinden der ersten Jahrzehnte wieder finden.
- Rock'n'Roll-Kultur: die Musik passt zur Kultur; keine Kleiderordnung, höchstens allgemeine Jeans-Verbreitung. Das stand im Gegensatz zu vielen Gemeinden der damaligen Zeit, bei der eine gesonderte Gaderobe für Sonntag erwartet war; genauso wie Musik, die aus jahrhunderter alter Tradition kam.
- Understatement: ein lebensnaher Umgang; Betonung von Schwächen und Authenzität. John sagte von sich immer wieder: "I'm just a fat man on my way to heaven". Er redete im gleichen Atemzug gerne von seinen Fehlern, von seiner Begrenztheit und Unvollkommenheit wie er über das überraschende und weltbewegenede Wirken Gottes in seinem Leben erzählte.
- Natürlich übernatürlich: das Rechnen mit Gottes Wirken in alltäglichen Situationen, sowie Abstand vom Hype. John wurde einst gefragt, wie er sich auf die Heilungskonferenzen und Wunder vorbereite, worauf er meinte: ich stelle meine Cola zur Seite, schalte den Fernseh ab und bete für jemand. Die Leute wollten wissen, was Johns Geheimnis war und er meinte nur: das Buch - und der Typ, der darin beschrieben wird. Es ging um die radikale Abhängigkeit von Jesus im realen Leben und nicht eine religiöses Programm.
- Flexible Strukturen: Formen erfreuen sich pragmatischer Großzügigkeit, die sich allerdings an biblischen Vorgaben messen muss. So gibt es Leitungsstrukturen, Ämter und männliche Älteste (John glaubte, dass Frauen jeden Dienst in der Gemeinde einnehmen sollten, außer dem Amt der Ältesten. Dieser Punkt wurde nicht zum Kern gemacht und die offizielle Aussage der Vineyard USA ist, dass es keine verbindliche Vorgabe zu diesem Thema gibt. In manchen Gemeinde ist dieser Bereich ein Test für die Anwendung des Centered Set - Personen mit ernsthaft, unterschiedlichen Meinungen leben zusammen weil es ein sekundärer Punkt ist und sie im Zentrum übereinstimmen).

Mit all diesen durchdachten Ansätzen und klarer Ausrichtung dürfte die Zukunft ein Kinderspiel sein - oder?

Spielregeln

  • 1. alle kommentare sind gute Kommentare - alle spielen mit
  • 2. Kommentare mit deinem Namen sind bessere Kommentare
  • 3. die besten Kommentare werden als Fußnoten im Buch zitiert (Name angeben hilft!) - und bekommen ein Exemplar des Buch
  • 4. die besten Kommentare sind: wo habe ich das erlebt? wie erlebe ich das in meiner Gemeinde, meinem Umfeld?

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